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Digitale Werkstatt I: Produkt & USP

Wie entwickeln Startups relevante und valide Experimente zur Überprüfung der Produktidee? Worauf müssen Teams achten, wenn sie versuchen, ihren Markt zu definieren? Und welches Feedback haben erfahrene Branchenexperten zu den neuesten Entwicklungen unserer Teams? Die Antworten auf diese, und viele weitere erfolgsrelevante Fragen, gab Mitte Juni unsere digitale Werkstatt rund um die Themen Produktentwicklung und Markteintritt. 

Aufgrund der anhaltenden Corona-Krise wurde unsere zweitägige Weiterbildungsveranstaltung auch diesmal in seinem mittlerweile bewährten, neuen, Format als immersive Webkonferenz durchgeführt. Mit rund 30 TeilnehmerInnen waren wieder alle zehn Teams aus dem aktuellen Batch #3 des Future Champions Accelerator Rhein Ruhr zahlreich vertreten. Die Vormittage waren jeweils für den bedarfsgerechten Input durch Startup-Experten reserviert, die für diese Werkstatt auf die besonderen Herausforderungen der Teams aus den Bereichen USP, Customer Journey und Markteintrittsstrategien eingingen. 

“Everyone has a plan till they get punched in the face.” Mike Tyson

FCARR Contio Präsentation

Tag 1: Testen, testen, testen!

Nichts ist für Startups riskanter, als Produkte oder Services an der Zielgruppe vorbei zu entwickeln. Georgis Tesfamariam, Geschäftsführer der Contio GmbH startete daher die Werkstatt mit einer interaktiven Präsentation zur Frage, wie nutzerzentrierte Innovation erfolgreich umgesetzt werden, und welche Rolle dabei ein iteratives Vorgehen nach dem Lean Startup-Ansatz spielen kann. 

Im Mittelpunkt stand hier die “Build-Measure-Learn”-Routine, die von besonders erfolgreichen Startups häufig in frühen Entwicklungsphasen etabliert wird. Durch den konsequenten  Einsatz verschiedener Hypothesentypen gelingt es Startups entsprechend, relevante Einsichten zu erhalten (“Discovery”) und zu überprüfen (“Validation”). Aufgrund der jahrelangen Erfahrung in der Arbeit mit GründerInnen aus verschiedenen Branchen konnten hier zahlreiche konkrete Beispiele für die Entwicklung von Experimenten aus der Discovery-Phase vorgestellt werden, etwa 

  • Interviews mit potenziellen Kunden, Partnern und anderen Stakeholdern, 
  • Shadowing, oder 
  • Web Analytics.

Als Beispiele für Validation-Experimente konnten unsere Teams Erfahrungsberichte zu erfolgreichen MVPs, Crowdfunding-Kampagnen, oder “Wizard of Oz”-Ansätzen für ihre Arbeit mitnehmen.   

Im Anschluss gab es für Hamidreza Hosseini, CEO bei ECODYNAMICS, Gelegenheit, tiefe Einblicke in kritische Erfolgsfaktoren für den Start von innovativen und digitalen Startups zu teilen, und konkrete Fragen zu den Herausforderungen digitaler Plattform-Modelle zu beantworten. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf den Herausforderungen, die die globale digitale Transformation mit sich bringt, sowie der Ausblick auf potentielle neue, innovative Geschäftsfelder für Plattform-getriebene Geschäftsmodelle unter Berücksichtigung der 17 UN Sustainable Development Goals

Für den Accelerator ist es ein besonderes Anliegen, Teams verschiedener Jahrgänge auch untereinander zu vernetzen. Ein passender Erfahrungsbericht unseres Alumnus-Teams goFlux schloss sich deshalb direkt an die Präsentation an. CEO Wolfram Uerlich berichtete über die zahlreichen Anpassungen, die an der neu entwickelten Mobilitätsplattform im Laufe des dynamischen Wachstums- und Reifeprozesses der ersten Jahre vorgenommen wurden mussten, und machte die vorangegangenen Einsichten der Themenexperten zur Produktentwicklung und -validierung so noch einmal einprägsam nachvollziehbar. 

FCARR Produkt und USP Werkstatt I

Den Abschluss der interaktiven Input-Formate bildete für den ersten Tag eine Einführung in Startup-relevante User Experience-Aspekte. Individuelle Fragen zum Internetauftritt und zur Entwicklung digitaler Prototypen wurden hier von André Wartmann, gemeinsam mit Kai Lehmkühler Geschäftsführer der Duisburger Digitalagentur Rheinschafe, beantwortet. Die Rheinschafe GmbH begleitet den Accelerator bereits seit dem ersten Batch aus dem Jahr 2018, und ist dem lokalen Gründer-Ökosystem in Duisburg, wie dem des ganzen Ruhrgebiets, eng verbunden. 

Unsere Teams konnten durch den lebhaften Vortrag einen typischen Planungsablauf aus den Bereichen UI und UX kennenlernen, sowie ihre aktuellen Toolstacks für die Herausforderungen des Gründeralltags abgleichen. So zeigten sich einige Teams aus Batch #3 mit dem Einsatz von Figma, Bootstrap, und Google Material Design bereits bestens vorbereitet, aber auch für die anderen Teams wurde in der Debatte die Bedeutung eines zeitgemäßen Nutzererlebnisses bei der Entwicklung digitaler Präsenzen schnell deutlich.

Tag 2: Markt und Möglichkeiten

Der abschließende zweite Tag der Werkstatt stand ganz unter dem Zeichen smarter Markteintrittsstrategien. Wie können Startups den Wettbewerb analysieren, welche Parameter beeinflussen Strategieentscheidungen, und welche Tools eignen sich für die Wettbewerbsanalyse? 

Future Champions Accelerator Rhein Ruhr Präsentation Gründerallianz Ruhr

Mit Hilfe unserer Experten, wie etwa Ersin Üstün, Projektleiter bei der Gründerallianz Ruhr und Principal bei etventure, beantworteten wir die drängendsten Fragen der Startups zur Positionierung in einem schwierigen Marktumfeld. In der Präsentation wurde dabei immer wieder die Bedeutung nutzerzentrierter Innovationen, Entwicklung von Empathie für die Stakeholder, und die Berücksichtigung differenzierter Kundenprofile hervorgehoben. Wer sind mögliche Entscheider, wer Beeinflusser? Wie unterscheiden sich diese von den Nutzern – und wie lassen sich diese verschiedenen Stakeholder letztlich effektiv erreichen? 

Die für Startups so relevante Kaskade von aufeinander aufbauender Desirability (Attraktivität), Feasibility (technischer Umsetzbarkeit) und Viability (Wirtschaftlichkeit), die sich in den verschiedenen Business Model Canvas-Modellen wiederfindet, wurde auch in der anschließenden lebhaften Diskussion noch einmal betont. 

Bevor es in die Mittagspause ging, nutzten wir noch das Online-Kollaborationstool Mural zum Austausch von Good Practices und Erfahrungswerten bei der Entwicklung von Startup-USPs. Auch die zahlreichen Möglichkeiten, eine ausführliche Wettbewerbsanalyse durchzuführen, wurden besprochen. Frederik Lindner aus dem Team des Future Champions Accelerator Rhein Ruhr übernahm dabei die Rolle des Moderators. Am Ende stand eine lange Liste mit leicht umsetzbaren Methoden und konkreten Empfehlungen. 

Einige der wichtigsten Tools zur Wettbewerbsanalyse, die hierbei genannt wurden: 

Unter vier Augen mit Innovationschampions

“Die 1:1 Sessions waren grandios, wir sind mit viel konstruktiver Kritik aus den Gesprächen gegangen.” – Can Kaplan, Co-Founder, Beautinda 

Die Nachmittage der Digital-Werkstatt waren für die Teams jeweils reserviert für intensive Gespräche mit Branchenexperten. Und wie bereits in den vergangenen zwei Jahren war es auch diesmal wieder die Vielfalt der Gesprächspartner, die dieses auf die konkreten Bedarfe der Teams ausgerichtete Dialogformat so wertvoll machte. 

Vom jungen Gründerteam aus dem Pool der Accelerator-Alumni, das die Herausforderungen der Teams authentisch nachvollziehen kann, bis zum Seniorexperten mit jahrzehntelanger Branchen- und Gründungserfahrung: das überregionale Experten-Netzwerk der Projektpartner prägt die Programm-DNA des Future Champions Accelerator Rhein Ruhr, und steigert damit den wahrgenommenen Mehrwert für die teilnehmenden Teams deutlich.  

Die Werkstatt hat uns super gefallen, die Vorträge waren allesamt informativ, aber vor allem die Einzelgespräche mit den Experten haben uns enorm weiter gebracht. Vielen Dank dafür!” – Maximillian Schäfer, Co-Founder, next level lab

Unser Dank zur erfolgreichen Durchführung der Werkstatt gilt deshalb gerade auch den neuen Partnern und Förderern, die als Themenexperten oder Mentoren erstmalig eines unserer dialogorientierten Formate bereichert haben, darunter Dr. Jörg Vollmer, CSO der Abalos Therapeutics GmbH, Martin Bellof, Ilja Michaelis, Jonas Pauly und Sascha Weiß, aber auch langjährigen Freunden und Förderern des Startup-Ökosystems Rhein-Ruhr wie Arndt Stubbe und Dr. Christian Tribowski. Wir freuen uns sehr auf den weiteren gemeinsamen Weg! 

Für die Startup-Teams aus Batch #3 heißt es nun: zurück an die Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle und ins intensive Coaching. In weniger als vier Wochen steht mit dem “Sprechtag Recht” das nächste Bildungsformat auf dem Programm!